Verkehrsrecht

Ungeeignetes Lichtbild

14. Mai 2012

Ist ein vom Betroffenen beim Verkehrsverstoß gefertigtes Lichtbild unscharf und kontrastarm und zeigt es die Konturen des Gesichts nur flach und kaum erkennbar, wobei die Ohren und der Bereich der rechten Wange nicht erkennbar sind, ist es nach einer Entscheidung des OLG Brandenburg vom 09.08.2011, (2B)53 Ss-OWi 186/11(89/11), nicht uneingeschränkt zur Identifizierung geeignet. mehr

Entscheidung des EuGH zur dritten Führerscheinrichtlinie

4. Mai 2012

Polizei

4. Mai 2012 | RA Frank | Verkehrs-Owi, Verkehrs-StrR

Mit Spannung erwartet, nun ist es entschieden. Der EuGH hat in seinem Urteil vom 26.04.2012 C-419/10 (Hofmann) zu einer Vorlagefrage des Bay. Verwaltungsgerichtshofes (Bay. VGH) Stellung genommen. Dem Standpunkt der Bundesrepublick Deutschland und des Freistaates Bayern wurde eine deutliche Absage erteilt. mehr

Haftungskürzung wegen Mitverschuldens bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt

14. März 2012

Anschnallen, grobe Fahrlässigkeit

Grundsätzlich kann ein Verstoß gegen das Anlegen eines Sicherheitsgurtes während der Fahrt hinsichtlich unfallbedingter Körperschäden, zu einer Haftungskürzung wegen Mitverursachung führen. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn das Fahrzeug des Geschädigten nach einem ersten Unfall ohne Körperschaden bereits zum Stehen gekommen war und er dann bei einem zweiten Unfall Körperschäden erleidet. Mit Urteil vom 28.02.2012 entschied der Bundesgerichtshof, dass die Anschnallpflicht nur während der Fahrt gilt. mehr

Im Falle eines Unfalls haften Radfahrer nach Verlassen des Radweges mit

31. Januar 2012

Fahrradweg

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied mit Urteil vom 28.10.2011, dass ein Radfahrer, der eine Straße, anstatt eines ausgeschilderten, parallel verlaufenden Radwegs benutzt, nach einem Verkehrsunfall grundsätzlich mithaftet, da ein eigenes ausgeschildeter Radweg von Radfahrern auch tatsächlich zu benutzen ist. Andernfalls bewegt sich ein Radfahrer letztlich auf eigenes Risiko auf der Straße. mehr

Wegfall des Fahrverbots durch Zeitablauf

4. November 2011

Rotlichtverstoß Blitzer

Mit Beschluss vom 19. August 2011 ((1B) 53 Ss-OWi 264/11 (147/11)) hat das Brandenburgische Oberlandesgericht bestätigt, dass die Verhängung eines Fahrverbotes mehr als zwei Jahre nach der Tatbegehung, einer Geschwindigkeitsüberschreitung um 54 km/h, nicht mehr angemessen ist. mehr

Verschuldensschwere maßgeblich bei Verkehrsunfall mit Mietwagen durch grobe Fahrlässigkeit

17. Oktober 2011

Alkohol am Steuer

Mit Urteil vom 11.10.2011 entschied der Bundesgerichtshof, dass auch bei Unwirksamkeit des Haftungsvorbehaltes, der in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Kfz-Mietvertrags mit Selbstbeteiligung für den Fall der grob fahrlässigen Fahrzeugbeschädigung geregelt war, nicht unbedingt nur die Selbstbeteiligung zu zahlen ist. Vielmehr soll sich der Umfang des Schadenersatzes nach der Schwere des Verschuldens des grob fahrlässig Handelnden im Sinne des §81 Abs.2 VVG bemessen. mehr

Spielverzögerung durch Versicherer

7. August 2011

Ein Fahrzeugschaden muss innerhalb weniger Wochen durch den gegnerischen KH-Versicherer reguliert werden. Verschiedene Oberlandesgerichte haben hierzu entschieden, dass nach Ablauf von vier bis sechs Wochen Anlass zur Klage besteht, wenn die Schadenregulierung bis dahin nicht erfolgt ist (OLG München NZV 2011, 308; OLG Dresden, NZV 2009, 604; OLG Koblenz, Beschluss v. 20.04.2011 - 12 W 195/11). Insbesondere das OLG München stellt dabei klar, dass es auf eine vorherige Akteneinsicht des Versicherers nicht ankomme und die Frist erst mit Zugang eines spezifizierten Anspruchsscheibens in Lauf gesetzt wird. mehr

Blutprobe auch ohne Richterbeschluss

5. Mai 2011

Alkohol und Alkohol am Steuer

Besteht ein Verdacht auf Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss, so muss eine Blutentnahme grundsätzlich durch einen Richterbeschluss legitimiert sein. Können die prüfenden Polizeibeamten keinen Richter erreichen, weil es keinen richterlichen Bereitschaftsdienst gibt, und ordnen sie eine Blutentnahme wegen Gefahr im Verzug selbsttätig an, so ist auch das rechtmäßig. Das entschied jetzt das Bundesverfassungsgericht. Die Ergebnisse der Blutprobe können somit auch als Beweis in einem späteren Verfahren herangezogen werden. mehr

Crash auf dem Supermarktparkplatz!

18. April 2011

zu spät, uhrzeit, verspätung, 5 vor 12

Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 343 C 6867/10) musste sich mit folgendem Fall befassen: Auf dem Parkplatz eines Supermarktes hat ein Kunde beim Ausparken an einem anderen Fahrzeug einen kleinen Schaden verursacht. Darauf hin ging er zum Servicepoint des Supermarktes und ließ den Eigentümer des beschädigten Wagens ausrufen. Dieser meldete sich jedoch nicht. Nach kurzer Zeit des Wartens ist der Unfallverursacher dann gegangen. Da er sonst keinen informiert hat und auch die Polizei nicht verständigt hatte, blieb er unerkannt. mehr

Wer auffährt hat nicht immer schuld !

24. März 2011

Mit Urteil vom 30.11.2010 (VI ZR 15/10) entschied der Bundesgerichtshof (BGH) über einen Auffahrunfall mit vorherigem Spurwechsel. Der BGH bestätigte dort eine hälftige Schadensteilung, weil nicht festgestellt werden konnte, ob der überholte Kraftfahrer nach dem Wiedereinscheren des ihn überholenden Fahrzeuges in der Lage war, zu diesem einen ausreichenden Sicherheitsabstand im Sinne des § 4 Abs. 1 Satz 1 StVO aufzubauen. Ein Anscheinsbeweis spreche dafür nicht. Liegt ein sog. Schräganstoß vor, gilt nicht mehr der Erfahrungssatz, dass der Auffahrende diesen Unfall infolge zu hoher Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit und/oder unzureichendem Sicherheitsabstand verschuldet hat. Mindestens ebenso nahe liegt der Schluss, dass der Überholende zuvor gegen die hohen Sorgfaltsanforderungen des § 7 Abs. 5 StVO verstoßen hat. mehr

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